10.09.2012 Ankunft Kyoto – Karte lesen mit Hindernissen

Leicht überfordert standen wir im Untergeschoss des Kyotoer Hauptbahnhofes und starrten an die Wand vor uns, auf der sich eine große Karte mit dem Streckennetz in und um Kyoto befand. Aus den Lautsprechern tönten abwechselnd Musik und unverständliche Ansagen japanischer Bahnangestellter. Leute wuselten um uns herum, ein Eindruck den man kaum in Worte fassen kann. Ich versuchte mich zu konzentrieren. Eigentlich war es laut meiner ach so tollen Karte (via Google Maps) gar nicht so schwer zu unserem Hotel zu gelangen. Großspurig hatte ich vorher noch verkündet: „… ach, dass sind nur 2 U-Bahnstationen mit der Karasuma Line und dann ist es auch schon nicht mehr weit!!“. Tja, dank Übermüdung und kränkelndem Körper dauerte es dann aber doch eine Weile, bis wir endlich überhaupt das System durchschaut (eine U-Bahnfahrte hatten wir dann auch noch irgendwie aus dem Automaten kitzeln können) und am U-Bahnsteig im Keller des Bahnhofes standen. (http://www.kyoto-station-building.co.jp/map_en/kyoto_station_building_kyoto_station.pdf) Kurz noch einmal gezögert und dann befanden wir uns samt Koffer in einer der Karasuma-Bahn-Linien in Richtung Gojo (Station). Mittlerweile hatte ich das Gefühl, meine Karte schon auswendig zu kennen.

Zwei Stationen später – unter den Straßen Kyoto’s – war ich dann allerdings mit meinem Latein am Ende. Denn leider hatte die U-Bahnstation 5!! Ausgänge, wovon natürlich auf meiner Google Maps Karte mal so gar nichts zu sehen war. Schlussendlich entschieden wir uns für irgendeine Nummer. Oben angekommen versuchten wir uns anhand der Straßenschilder zu orientieren. Aber auch das gestaltete sich schwierig, denn nicht zu wissen, wo genau man steht, erleichtert das Kartenlesen nicht wirklich. Zuerst wechselten wir die Straßenseite, denn dort gab es einen Lawson (Konbini-Kette, Konbini sind kleine bis mittelgroße Geschäfte, die von allem etwas führen u. 24 Std. geöffnet haben). Der Hase ging hinein um etwas zu trinken und ein paar Sandwiches zu kaufen, allmählich kam nämlich Hunger auf. Währenddessen versuchte ich weiter unsere Position zu lokalisieren. Dabei muss ich scheinbar ziemlich hilflos ausgesehen haben, denn es dauerte nicht lange bis mich ein älterer Mann ansprach und mir mit seinem … humm wie kann ich das jetzt höflich ausdrücken… (>_>) eher mäßigen Englisch versuchte, den Weg zum Hotel zu erklären. Noch während ich versuchte mich zu konzentrieren, um den Mann zu verstehen, kam auch schon eine junge Frau dazu, die dann – nach einem kurzen Blick auf die Karte, jedoch in eine völlig andere Richtung deutete. Interessanter Weise verschwand der alte Mann dann einfach und der Hase und ich folgten der Richtung, in die die junge Frau gezeigt hatte.

Kartenwahnsinn

Es war ca. 20:10 Uhr als ich langsam das Gefühl bekam, die Koffer werden immer schwerer. Bei einer Luftfeuchtigkeit von (geschätzt) 80 %, einer Temperatur von mindestens noch 25 Grad und leichtem Nieselregen irrten wir durch die dunklen und nassen Straßen Kyoto’s.
Immer wieder schauten wir verwirrt auf die Karte und obwohl die Straßen eigentlich übersichtlich angeordnet waren, blickten wir irgendwie nicht durch. Irgendwann kamen wir an einen Punkt, an dem wir anhielten und uns entschlossen wieder zurück in die Richtung zu gehen, aus der wir gekommen waren. Und als wir nun so hintereinander gingen, jeder seinen Koffer in der Hand und den Nieselregen im Gesicht, ließ ich meinen Blick die Häuser hinauf schweifen und traute meinen Augen kaum. Da war es, genau vor uns, nur wenige Schritte entfernt, direkt an der Straße lag unser Hotel. Mindestens einmal waren wir bereits daran vorbeigelaufen. Wir konnten unser Glück kaum fassen und guckten lieber noch zweimal prüfend auf den Hotelnamen auf meiner Karte und dem, der in goldener Farbe an die Glastür des Lobbyeingangs geschrieben war. Wir hatten es tatsächlich gefunden.

Müde und völlig entnervt schleppten wir uns zur Rezeption, ich füllte die nötigen Papiere aus (wir mussten unsere Daten, Passnummern etc. in ein Formular eintragen) und nachdem unsere Reisepässe kopiert waren, übergab man uns endlich den Schlüssel für unser Zimmer.

21:00 Uhr. Sofort war klar, etwas essen, duschen und dann ab ins Bett, denn schließlich galt es schon am nächsten Morgen…

….auf ins nächste Hotel!! (>_<)

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