16.09.2012 – 2. Tag Kawaguchiko: „Wieso hab ich ja gesagt?!“

Sonntag. Unser Frühstück genossen wir wieder auf unserer kleinen Bank in der Sonne mit Blick auf den Berg. Eigentlich waren wir für den Tag relativ planlos. Ich wusste nur, dass ich unbedingt über die große Brücke auf die gegenüberliegende Seite des Sees wollte, denn von dort aus wurden schon viele bekannte Bilder des Fuji gemacht. Und so spazierten wir, nachdem wir aufgegessen hatten, los. Bereits auf der Brücke bot sich uns ein toller Blick auf die Umgebung. Doch auch diesmal war das Glück nicht auf unserer Seite.

der Fuji versteckt sich

Als wir endlich an der ersehnten Fotoposition angekommen waren, hatte sich der Fuji bereits wieder verzogen. Wir saßen einige Zeit lang auf einer Bank und beobachteten die Wolken, denn es sah erst so aus, als ob es regnen würde. Doch es passierte nichts und so beschlossen wir um den See zu laufen. Anfangs hielt ich das noch für eine gute Idee, schließlich schien nach einiger Zeit wieder die Sonne und auch die Temperatur war angenehm. So liefen wir nun immer schön am Ufer entlang.

Lake Kawaguchikowir wandern

auf dem Weg

Gegen Mittag machten wir eine kleine Pause, aßen etwas und schauten uns auf einer Karte unsere Position an. Der Hase fragte mich noch, „Willst du auch wirklich weitergehen? Hier scheint die letzte Busstation zu sein??“. Energiegeladen sagte ich „Ja, klar!!“, hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht den Hauch einer Ahnung, wie sehr ich dieses „JA“ noch bereuen würde.

ohne WorteWir spazierten also munter weiter. Nach einer Weile konnte man dann leider nicht mehr direkt am Ufer entlanggehen. Nun führte uns der Weg an der Hauptstraße, mit einem Abstand zwischen Privatgrundstück und Straße von höchstens 50 cm, entlang. Bei jedem Auto das an mir vorbeisauste war mir mulmig. Meine Füße fingen langsam an zu schmerzen und die Sonne, über die ich mich ein paar Stunden zuvor noch so gefreut hatte, knallte mir nun auf den Pelz. Mit jeder Kurve, hinter der sich wieder nur ein weiteres Stück Hauptstraße befand schwand meine Lust diesen See zu umrunden. Ich wollte wenigstens wieder am Ufer entlanggehen können, ohne die Angst, gleich von irgendeinem Auto mitgenommen zu werden.

Eine gefühlte Ewigkeit später, steuerte der Weg endlich zurück an den See. Mein Elan war zwischenzeitlich allerdings unter Null gesunken. Ich hatte absolut keinen Bock mehr. Meine Füße schmerzten, meine Beine taten weh und ich konnte bereits einen Sonnenbrand auf meinen Schultern erkennen. Zwischendurch war ich schon so verzweifelt, dass mir der Gedanke kam, man könne doch versuchen eins der zahlreichen kleinen Boote auf dem See zu uns zu winken und die Leute darin fragen, ob sie uns für ein wenig Geld ans andere Ufer fahren. >_<

Irgendwann erreichten wir die „Seespitze“.

die Seespitze

Ich kapitulierte. Mir war alles egal. Nach über 4 Stunden Dauermarsch sah ich mich nicht mehr in der Lage, den weiteren Weg zurück zur Stadt zu Fuß zu gehen. Wir machten eine Bushaltestelle ausfindig und stiegen in den nächst besten Bus der hielt.

unser Weg an diesem Tag (vom Hostel, über die Brücke, am See entlang)

Als wir endlich unser Hostel erreicht hatten, machte ich drei Kreuze. Den restlichen Tag passierte dann auch nicht mehr viel. Ich fing an unsere Postkarten zu schreiben, es gab Abendessen und dann hieß es auch schon wieder Koffer packen.

man beachte meinen Sonnenbrand!

Denn am nächsten Morgen ging es auf nach TOKYO!!

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